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Winterraumerlebnis im Karvendel

Vor zwei Jahren war der Besuch im Taschachhaus, wo wir ursprüglich zum Tourengehen hingegangen waren und dann doch der Aufenthalt im Winterraum das eigentliche Highlight war. Das Knistern des Holzofens, das Zubereiten von dampfendem Essen, ein Glas Wein in der Hand, die Geschichten, Gelächter, die Abgeschiedenheit vom hektischen Treiben der Zivilisation – all das schafft ein magisches Erlebnis. Echt Bock mal wieder auf sowas!

Der diesjährige Bilderbuchherbst kam da grad gelegen. Und so wurde aus Traum wiedermal Realität. Mit dabei: Pauli & Rosanna, Jan, der Habel, Jo & Laurena!

Mit prall gepackten Tramperrucksäcken machen wir uns auf den Weg. Wir haben vom Vino bis zum Milchschäumer alles dabei! Wennschon dennschon! Mit Stirnlampen starten wir vom Gramaier Boden. Die Luft ist eiskalt im dunklen Bergkessel. Doch der Aufstieg ist nicht sonderlich lang und so stehen wir nach ca. anderthalb Stunden am Winterraum der Lamsenhütte.

Jawoll! Holzofen mit Kochfeld und sogar Ofen ist am Start! Das Feuer brennt nach wenigen Handgriffen und wir machen es uns gleich mal so richtig gemütlich!

Bauli am sinnieren.

Rosanna beim vorbildlichen Eintrag ins Hüttenbuch.

Kulinarisch überragend auch unser Menü: Als kleine Vorspeise: Maroni aus dem Ofen, Hauptgericht: Penne mit Gemüse Sugo (Pilze, Brokoli, Tomaten, Karotten, Zwiebeln, Ölivenöl) ein Edelwein. Na klar das muss schon sein! Zum Nachtisch Schoki. Ein wahrer Luxus! Der Ofen heizt so richtig ein. Ob der Schnee im Topf, feuchte Topflappen einfach alles in der Nähe wird regelrecht VERDAMPFT! Gmiatlich. Naja auf jeden Fall haben wir einfach ausschließlich einen Heiden Spaß von Anfang bis Ende.

Am nächsten Morgen dann, der Riefi schon auf den Beinen, schwärmt von toller Stimmung draußen vor der Hütte. Ich will mich verhört haben. Erstens ist Schlechtwetter angesagt und zweitens kann es ja wohl nicht sein ernst sein, in aller Herrgottsfrüh schon so nervös rumzuspringen. Sicher nicht später wie 7 Uhr denk ich mir. Stockdunkel in der Hütte auch.

„Jo, wieviel Uhr ist es?“

„11“

„Hör auf! Jetz mal im Ernst?!“

„Ja genau wie spät ist es wirklich!!?“ tönt es aus der Ecke vom Habel, fast etwas wütend.

Ich schau dann selber auf die Uhr und ja es ist wohl doch schon 11. Brutal. Was nageln die denn aber auch die Fenster so grantig zu hier in der Hütte. Ok aber Ausschlafen hat ja auch mal was!

Vor der Tür ist der Boden angezuckert. Der Herbst verabschiedet sich allmählich.

Nach einem entspannten Frühstück entscheiden wir uns noch auf den Buckel Richtung Schafjöchl zu spazieren. Der Spaziergang, allerdings eher ein rechtes Gekraxel, fordert auch Konzentration und Trittsicherheit. Wie das halt so ist in den Bergen.


Die Crew. Sehr geil.


Mehr Tiefblick als so manchem recht war.

Die Unternehmung auch gleichzeitig ein Abschied vom Jo, der seine Innsbruck Karriere beendet und sich jetzt im Kleinwalsertal selbständig macht. Glückwunsch! Auch nochmal zum inoffiziellen (eigentlich offiziellen) LEHRLING DES JAHRES!

Zum Abstieg wählen wir die Schotterreisse und sind somit schneller unten als gedacht. Der Grinser noch auf dem Gesicht, verlassen wir das Gramaital wieder. Doch eins ist klar:

So ein Winterraum hat uns nicht zum letzten mal gesehn!

Markus Tonak

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